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Studie: Männer können schlechter lesen als Frauen

Männer lesen deutlich schlechter als Frauen. Das zeigen bislang unveröffentlichte Zahlen einer Alphabetisierungsstudie der Universität Hamburg, berichtet die "Zeit". Der Unterschied sei "vergleichbar mit dem Kompetenzabstand zwischen Personen mit mittlerer Reife und Personen mit Abitur", sagte die Erziehungswissenschaftlerin Anke Grotlüschen dem Blatt.

In der Untersuchung "Level-One Studie" mit 8436 Menschen hatten die Hamburger Wissenschaftler im Auftrag des Bundesforschungsministeriums die Lesefähigkeiten der Deutschen getestet. Die Ergebnisse dieser Studie waren schon Ende Februar veröffentlicht worden. Demnach können in der Bundesrepublik siebeneinhalb Millionen Männer und Frauen (= 14 Prozent) zwischen 18 und 64 Jahren zwar einzelne Sätze lesen und schreiben, jedoch keine zusammenhängende kürzeren Texte ("funktionaler Analphabetismus"). Dadurch seien sie nicht in der Lage, am gesellschaftlichen Leben in angemessener Form teilzuhaben. Zwei Millionen von ihnen fällt selbst das Lesen und Schreiben einzelner Wörter schwer. Weitere 25 Prozent der Befragten beherrschen die Rechtschreibung, die bis zum Ende der Grundschule unterrichtet wird, nicht hinreichend. Sie können selbst gebräuchliche Wörter nur fehlerhaft oder langsam lesen und schreiben. Insgesamt zeigte sich, dass Männer mit einem Anteil von 60,3 Prozent deutlich häufiger als Analphabeten gelten als Frauen (39,7 Prozent).

Als Reaktion darauf vereinbarten die Kultusminister von Bund und Ländern, in einem "Grundbildungspakt" Maßnahmen gegen den funktionalen Analphabetismus zu formulieren. Bis Oktober soll es soweit sein. Die neuen Daten zeigen nun auch, in welchen Berufen besonders leseschwache Personen häufig vorkommen. So ist jeder vierte Koch, Maler oder LKW-Fahrer ein funktionaler Analphabet. Unter den Hilfsarbeitern auf dem Bau ist es im Schnitt sogar jeder zweite.

Diese Ergebnisse scheinen die logische Fortsetzung der seit 2000 alle drei Jahre durchgeführten internationalen PISA-Tests, die aufzeigten auf, dass rund jeder fünfte 15-Jährige in Deutschland nur auf Grundschulniveau lesen und Texte verstehen kann.

Wer mehr über die Untersuchung wissen will: http://www.vhs-sachsen.de/uploads/media/Executive_Summary_leo_v8_Journalismusfassung.pdf