Impressum | Kontakt | Downloads | Sitemap  

Zurück

Westfälische Rundschau vom 30.10.2007

Schülerzahlen schrumpfen

Bis zum Jahr 2016 werden die Schülerzahlen in Dortmund um knapp 13 Prozent zurückgehen. Diese Prognose legte jetzt das Landesamt für Statistik vor. Die Folgen werden insbesondere Haupt- und Realschulen zu spüren bekommen.
Mit 7775 Schülern weniger, so die Vorhersage, kommt Dortmund jedoch vergleichsweise noch gut weg. Der Hochsauerlandkreis (rund 24 Prozent), und der Ennepe-Ruhr-Kreis (23,2 Prozent) haben nach den Berechnungen das dickste Minus zu verkraften. Schuld daran, so die NRW-Statistiker, ist die demografische Entwicklung. Immer mehr ältere stehen immer weniger jüngeren Menschen gegenüber.

Dr. Ernst Rösner, Schulexperte an der Universität Dortmund, kann der Statistik einiges abgewinnen: "Sie ist sehr aufschlussreich, was Schülerzahlen auf Jahrgangsebene betrifft." Aus seiner Sicht hat das Abrutschen der Schülerzahlen von 60 388 (2006) aug 52 613 (2016) ernst zu nehmende Folgen für Haupt- und Realschulen. In der Prognose gehen die Statistiker vom Ist-Zustand der Schülerzahlen an den jeweiligen Schulformen aus und berechnen diesen auf die folgenden Jahre. "Das Schulwahlverhalten verändert sich aber zu Gunsten der Gymnasien und Gesamtschulen. Immer mehr Eltern wollen, dass ihre Kinder Abitur machen", sagt Rösner.

Deshalb würde es Gymnasien auch entgegen dem Trend gelingen, bis 2016 die Anmeldezahlen konstant zu halten. "Sie müssen nur einen größeren Prozentsatz an Schülern in der 5. Klasse aufnehmen." Der Statistik folgend sollen 35 Prozent der Dortmunder Schüler im Jahr 2016 einen Hochschulabschluss besitzen. Im letzten Jahr waren es nur 27 Prozent. Ernst Rösner sieht diese Vorhersage zu konservativ veranschlagt: "Auf Grund der zunehmenden Anmeldezahlen an Gymnasien könnten es 2016 noch mehr Schüler sein."

"Prekär" sieht es nach Rösner auf Grund dessen für Haupt- und Realschulen aus. Eine Möglichkeit, ein Sterben der Hauptschulen zu verhindern, sei es, die Kinder länger gemeinsam zu unterrichten, ehe sie ab der 7. Klasse auf Haupt-, Real- oder Gymnasialklassen aufgeteilt werden. "Dadurch haben alle Kinder die gleichen und die besten Bildungschancen. Die Eltern bekommen für ihre Kinder ein wohnortnahes Schulangebot für alle Bildungsgänge. Und es gibt es kein Austrocknen der Schullandschaft", sieht Ute Schäfer, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, in der Gemeinschaftsschule eine Antwort auf sinkende Schülerzahlen.