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16.09.2009
(redaktion/pm) In zwei Tagen entscheidet der Bundesrat über das "Schulobstgesetz". Nachdem das Gesetz zunächst dem Vermittlungsausschuss
vorlag, wird in der Länderkammer nun darüber abgestimmt, ob Kinder in ganz Deutschland täglich kostenloses Obst in der Schule
erhalten. Die EU finanziert die Umsetzung mit 20 Millionen Euro. Weitere 20 Millionen müssten von Bund und Ländern noch dazu kommen,
damit die EU-Mittel fließen. Doch Bund und Länder tun sich schwer. In Dortmund läuft bereits seit Februar 2007 erfolgreich ein
Schulobst-Projekt. Geleitet und wissenschaftlich betreut wird das Projekt von Prof. Günter Eissing, Professor für Gesundheitsförderung
und Verbraucherbildung an der TU Dortmund.
Im Rahmen des Präventionsprojektes "Dortmunder Kinder. Besser essen. Mehr bewegen." wird seit Februar 2007 das "Obst-
und Gemüseangebot für Dortmunder Grundschulen" erfolgreich durchgeführt. Ziel des Angebots ist die tägliche Versorgung
der Kinder mit Obst und Gemüse von 100g pro Kind und Tag, um den Verzehr während der Schulzeit zu erhöhen. Durch die
Versorgung mit Obst und Gemüse an Grundschulen können auch die Kinder erreicht werden, die aus sozial benachteiligten und
bildungsfernen Familien sowie Familien mit Migrationshintergrund stammen.
Die bisherigen Erfahrungen im Projekt haben gezeigt, dass besonders Kinder aus den sogenannten sozial benachteiligten Familien durch den
eingeführten Obstdienst lernen, Verantwortung für die Klassengemeinschaft zu übernehmen und auch leistungsschwächere
Schüler in diesem Rahmen ihren Beitrag für die Klasse leisten. Zudem berichteten Lehrer von ihren Beobachtungen, dass nach wenigen
Wochen der Projektbeteiligung ein Lerneffekt eingetreten sei. "Die Kinder haben beispielsweise vermehrt selbst Obst und Gemüse
von zu Hause mitgebracht", so Eissing.
Die Zubereitung des Obstes als Finger Food soll möglichst durch die Kinder selbst erfolgen, um somit zusätzlich die
Handlungskompetenzen der Kinder zu fördern. Für die inhaltliche Einführung in das Projekt durch die Lehrer und die Qualifizierung
der Kinder erhalten die Grundschulen kostenlos ein Angebot an erprobten Unterrichtsmaterialien für die verschiedenen Altersklassen sowie das
Material für die Zubereitung bestehend aus unter anderem Schneidebrettern, Messern, Apfelteilern und Sparschälern.
Die Kosten für das Obst und Gemüse sowie für die Logistik, war zunächst von den Schulen selbst zu tragen. Dies geschah
vornehmlich über Elternbeiträge, aber auch Sponsorenläufe, Sammelaktionen und Fördervereine bieten Möglichkeiten,
um die Kosten zu decken.
Im laufenden Schuljahr 2009/10 wird das Projekt durch das nordrheinwestfälische Umweltministerium mit 76.000 Euro gefördert.
Derzeitig werden 15 Grundschulen mit über 2.000 Kindern beliefert.
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